Häufige Fragen
Haar-Alkoholanalyse
In welchen Fällen kommt eine Haar-Alkoholanayse in Frage?
Viele Szenarien sind denkbar, in denen Sie sicher sein möchten, ob jemand ein Alkoholproblem hat, oder nachweisen wollen, dass kein Problem vorliegt.
Zum Beispiel:
- Abstinenzbelege bzw. Abstinenznachweise für die Fahreignungsprüfung (MPU)
- Sorgerechtsfälle
- Bewährung bei Alkoholvergehen
- Sicherheitskritische Berufe
- Verdacht, dass ein Mitarbeiter / Kollege ein Alkoholproblem hat
- Nachweis der Vertrauenswürdigkeit, z.B. Führungspersönlichkeiten, Streitkräfte usw. - Alkoholentzug
- Screening im Rahmen klinischer Studien
- Eignung für chirurgische Eingriffe
Welche Einschränkungen gibt es?
Dass wir Haare brauchen, versteht sich von selbst. Beim Drogenscreening kommt es gelegentlich vor, dass sich Personen von Kopf bis Fuß rasiert haben, so dass sich am Körper kein einziges Haar mehr befindet – das weckt aber natürlich Verdacht.
Können Sie feststellen, ob jemand absolut abstinent ist?
Nein, für diesen Zweck wurde noch keine Methode entwickelt. Durch ein negatives FSEE- und/oder EtG-Ergebnis wird lediglich gezeigt, dass es keine Hinweise auf den Konsum von Alkohol gibt.
Welche Informationen liefert der Ergebnisbericht?
Er umfasst die Angaben zur Identität für die Probe, die uns übermittelt wurde, sowie ein Ergebnis in Bezug auf die festgestellte Konzentration der von FSEE und EtG. Je nachdem, ob das Ergebnis unterhalb oder oberhalb der in unserem Labor angewandten Grenzwerte liegt, wird ein "negatives" oder "positives" Ergebnis ausgegeben. Auf Wunsch kann auch ein Gutachten erstellt werden.
Können Sie feststellen, wie viel Alkohol eine Person jeden Monat getrunken hat?
Nein. In unserem Befundbericht werden zwar die Werte der Analyse aufgeführt, aber wir können nur sagen, ob diese die geforderten Cut-off Werte der neuen Beurteilungskriterien für die Fahreignungsdiagnostik übersteigen oder nicht. Bei positiven Befunden ist eine grobe Differenzierung zwischen Normaltrinkern und Alkoholmissbrauch möglich.
Wir können nicht auswerten, wie viel Alkohol tatsächlich konsumiert wurde. Dies wäre wissenschaftlich unseriös, da Bildung der Alkoholmarker und deren Einlagerung ins Haar für von Person zu Person erheblichen Unterschieden unterworfen ist.
Ist für eine Person, die strikt abstinent lebt, das Ergebnis "Null" zu erwarten?
Selbst im Haar von Abstinenzlern finden sich Spuren der Alkoholmarker, die allerdings auf endogenen und alimentären (mit üblicher Nahrung aufgenommenem Alkohol zurückzuführen sind. Weiterhin besteht die Möglichkeit der Bildung in der Kopfhaut oder auf der Haaroberfläche aus alkoholhaltigen Haarkosmetika oder alkoholhaltiger Umgebungsluft in Gaststätten oder Labors. Diese Konzentrationen liegen aber in der Regel unter den zur Bewertung angewendeten Cut-off-Werten.
Woher stammt das Nachweisverfahren?
Die analytischen Methoden zur Bestimmung von FSEE und EtG wurden in Zusammenarbeit deutscher und englischer Laboratorien von führenden Fachleuten in diesem Bereich unter Verwendung modernster Analysetechniken entwickelt.
Lässt sich feststellen, ob ein übermäßiger Trinker tatsächlich mit dem Trinken aufgehört hat?
Nach Aufhören des exzessiven Trinkens werden auch FSEE und EtG nicht mehr gebildet. Das ab diesem Zeitpunkt neu gewachsene Haar enthält daher kein EtG mehr. Die FSEE können durch verzögerte Einlagerung aus Fettdepots noch etwas länger ins Haar eingelagert werden. Die z. B. 6 Monate nach Abstinenzbeginn entnommene 6 cm lange Haarprobe enthält daher kein EtG (oder nur noch Spuren aus langsam wachsenden oder nicht wachsenden Haaren) und der FSEE-Wert ist deutlich gegenüber dem Vorbefund abgesunken. Es empfiehlt sich, die Haarprobe in den Abschnitten 0-3 cm und 3-6 cm zu untersuchen um die Entwicklung verfolgen zu können.
Kann ein trockener Alkoholiker kontrolliert werden?
Ja, Trimega Laboratories kann trockene Alkoholiker mit Hilfe seiner neuen technischen Fortschritte überwachen. Eine Studie hat ergeben, dass in Fällen, in denen nach einer Abstinenz von über einem Jahr ein Rückfall erfolgt, bereits wenige Wochen heftigen Trinkens ausreichen, damit die gesamte Haarlänge ein positives FSEE-Ergebnis aufweist. EtG ist ebenfalls in kopfnahen Haarabschnitten erhöht. Bitte beachten Sie: Auch für diesen Nachweis benötigen wir, sofern möglich, 6 cm Kopfhaar (Standardbedingungen).
Wirkt sich eine Haarbehandlung auf die Ergebnisse aus?
Übliche Haarpflege wie Shampoo und Aufbringen nicht-aggressiver Haarkosmetika beeinträchtigt das FSEE-Ergebnis nicht. EtG wird bei häufigen und intensiven Haarwäschen langsam aus dem Haar herausgewaschen. Haarbehandlung mit reaktiven Mitteln wie Bleichen, Färben oder Dauerwelle können hingegen eine Erniedrigung der Werte durch Zerstörung von FSEE und EtG bewirken. Umgekehrt ist bekannt, dass regelmäßige Anwendung stark alkoholhaltiger Haarwässer zu falsch positiven Werten für FSEE und EtG führt. Daher wird bei der Entnahme der Haarprobe die Haarbehandlung dokumentiert und der Proband wird darauf hingewiesen, dass für einen späteren Test die Anwendung alkoholhaltiger Haarpflegemittel vermieden werden soll.
Haar-Drogenanalysen
Für welchen Zeitraum werden Drogen im Haar nachgewiesen?
Je nach Haarlänge können Drogen bis zu mehreren Jahren nach dem Konsum im Haar nachgewiesen werden, wobei 1 cm Haarlänge annähernd 1 Monat entspricht. Die Standardmäßig wird der kopfnahe Abschnitt 0-6 cm untersucht. Dieser erfasst repräsentiert minimal eine Zeitspanne von 6 Monaten vor der Probenentnahme und maximal eine Zeitspanne von 12 Monaten vor der Probenentnahme. 6 Monate gelten, wenn der Kopf zuvor total kahl geschoren wurde. Bei langen Haaren, die niemals kürzer als 6 cm geschnitten wurden, enthält der kopfnahe 0-6 cm lange Abschnitt bis zu 20 % nicht wachsende (telogene) Haare, die bis zu 12 Monate alt sein können, woraus die maximale Zeitspanne resultiert.
Wie schnell wachsen Haare?
In der Haaranalyse wird aus praktischen Gründen allgemein von einer Wachstumsrate der Haare von 1 cm/Monat ausgegangen. Dieses ist allerdings nur eine grobe Näherung. Es gibt sowohl zwischen verschiedenen Menschen als auch zwischen verschiedenen Stellen des Kopfes erhebliche Unterschiede und selbst die Einzelhaare innerhalb eines Haarbüschels variieren erheblich in ihrer Wachstumsgeschwindigkeit. In Mitteleuropa sind daher 1,1 ± 0,2 cm/Monat für Kopfhaare eher zutreffend.
Zu beachten ist weiterhin, dass Haare in Zyklen wachsen, die aus der Anagenphase; in der das Haar gleichmäßig wächst (Dauer für Kopfhaar 2-6 Jahre), der Katagenphase, in der sich die Haarwurzel zurückbildet und das Wachstum zum Stillstand kommt (ca. 2 Wochen), und der Telogenphase, in der das Haar ohne zu wachsen in der Haut steckt, bis es von einem neu wachsenden Haar heraus gedrängt wird (3-6 Monate). Der Anteil der katagenen und telogenen Haare in einer Haarprobe wiederum individuell unterschiedlich und hängt auch von der Position am Kopf ab. Allgemein wird von 5-20 % ausgegangen.
Körperhaare (Scham- Achsel-, Brust-, Arm- oder Beinhaare) habe eine etwas geringere Wachstumsgeschwindigkeit als Kopfhaare und unterscheiden sich vor allem durch die kürzere Anagenphase und längere Telogenphase, so dass hier mit einem Anteil von ca. 50 % nicht wachsender Haare gerechnet werden muss.
Wie lässt sich der Haarnachweis mit der Urinanalyse vergleichen?
Die wesentlichen Unterschiede bestehen darin, dass der Nachweis über Haare ein größeres Zeitfenster bietet und der Test schwerer manipuliert werden kann. Opiate, Kokain, Amphetamine und Ecstasy-Wirkstoffe, werden rasch ausgeschieden und können im Urin für gewöhnlich 72 Stunden nach dem Konsum nicht mehr nachgewiesen werden. Lediglich nach regelmäßigem Konsum von Cannabinoiden ist ein Nachweis bis zu mehreren Wochen im Urin möglich. Die Frist für den Nachweis im Haar wird dagegen lediglich durch die Länge der Haarprobe eingeschränkt und beträgt bei einer standardmäßig untersuchten Haarlänge von 6 cm minimal 6 Monate. Daher wird gelegentlicher Drogenkonsum durch die Haaranalyse sicherer erkannt als durch einmal monatliche kurzfristige Einbestellung zum Urintest. Zu den weiteren Vorteilen gehören die nicht-invasive Probenentnahme.
Wann lässt sich eine Droge frühestens nach der Einnahme im Haar nachweisen?
Ab dem Zeitpunkt des Drogenkonsums dauert es etwa eine Woche, bis die Zone des Haars mit der in der Wurzel eingelagerten Droge aus der Kopfhaut herausgewachsen ist. Dazu kommt eine zweite Woche, da beim Abschneiden allgemein ein Stoppel von 1-2 mm stehen bleibt. Versuche mit täglicher Rasur haben allerdings gezeigt, dass viele Drogen bereits nach einem Tag im Haar nachweisbar sind, da sie auch mit dem Schweiß ausgeschieden werden und auf diesem Wege in die bereits außerhalb der Haut befindliche Haarabschnitte gelangen.
Was ist die kürzeste Zeit, die bewertet werden kann?
Die Mindestfrist beträgt etwa einen Monat entsprechend einer Haarlänge von 1 cm. Um den Zeitraum des Drogenmissbrauchs einzugrenzen, können Haare abschnittsweise untersucht werden, etwa in Segmenten von 1 cm Länge. Dieses verursacht allerdings erhöhte Kosten.
Wie sind die Ergebnisse des Haartests bei Körperhaaren zu bewerten?
Körperhaare werden in ganzer Länge untersucht. Durch den hohen Anteil an telogenen Haaren (siehe oben) ist hier die Untersuchung eines begrenzten Abschnitts (etwa der hautnahen 1-3 cm) nicht sinnvoll. Die durch eine Körperhaarprobe repräsentierte Zeitspanne umfasst den gesamten Wachstumszyklus (anagene + katagene + telogene Phase des Haarzyklus) und ist z. B. bei Schamhaaren und Achselhaaren deutlich länger als 1 Jahr. Dieses gilt allerdings nur, wenn die Haare nicht vorher rasiert wurden, was man durch das Vorhandensein natürlicher Spitzen an allen Haaren mit der Lupe leicht prüfen kann.
Können Tests auch bei Personen mit wenig oder keinem Haar durchgeführt werden?
Bei sehr kurzen Haaren ist möglich, Haare von verschiedenen Stellen am Kopf zu kombinieren, um die erforderliche Haarmenge zu erhalten. Darüber hinaus kann Körperhaar als Ersatz für Kopfhaar verwendet werden. In den seltenen Fällen, dass kein Haar entnommen werden kann, können auch mehrere kurzfristig einbestellte Urintests durchgeführt werden.
Liefert Körperhaar dieselben Ergebnisse wie Kopfhaar?
Körperhaar kann zum Nachweis aller Drogenklassen verwendet werden. Es unterliegt einem anderen Wachstumszyklus als Kopfhaar, doch innerhalb eines Jahres wird in der Regel das gesamte Körperhaar ersetzt. Dies bedeutet, dass ein Nachweis unter Verwendung von Körperhaar verwendet wird, den Drogenkonsum für einen Zeitraum von etwa einem Jahr aufzeigt.
Kann ausgekämmtes Haar für den Test verwendet werden?
Ausgekämmtes Haar, das z. B. aus einer Haarbürste gesammelt wird, besteht ausschließlich aus ausgefallenen telogenen Haaren, die bis zu 6 Monate älter sind als die gerade wachsenden Haare. Es ist daher für die Charakterisierung einer bestimmten Zeitspanne ungeeignet. Außerdem kann es sich schon länger in der Bürste befunden haben und die Zuordnung zu der zu untersuchenden Person schwierig. Daher werden ausschließlich in Untersuchungsstellen abgeschnittene Haarproben für den Test verwendet.
Wie werden die Identität und qualitätsgerechte Abnahme der Haarprobe sichergestellt?
Damit die Ergebnisse der Analyse vor Gericht anerkannt werden, müssen die Haarproben von autorisierten Personen entnommen werden. Zu diesem Personenkreis gehören Ärzte, Toxikologen oder auch eigens hierfür geschultes Laborpersonal. Vor der Probenentnahme selbst muss der Probennehmer per Lichtbildabgleich sicherstellen, dass der Probengeber auch die Person ist welche den Nachweis erbringen muss. Daher ist es Pflicht seinen Ausweis zur Probenentnahme mitzubringen. In besonders wichtigen Fällen können zur Identitätssicherung der Fingerabdruck genommen und ein aktuelles Foto des Probanden gefertigt werden. Nach der Probenentnahme muss der Probennehmer sicherstellen und beglaubigen, dass der Probengeber nicht mehr mit der Probe in Berührung kommen konnte.
Wie legt Trimega Laboratories die Grenzwerte fest?
Trimega Laboratories hält sich bei der Analyse an die in den neuen Beurteilungskriterien für die Fahreignungsdiagnostik geforderten Cut-Off Werte (gültig ab dem 01.01.2010)
Was ist GC/MS und was bedeutet es?
Die Gaschromatographie mit Massenspektrometrie (GC/MS) ist ein analytisches Verfahren zum eindeutigen qualitativen Nachweis und zur quantitativen Bestimmung von Spuren an Fremdstoffen in biologischem Material (Blut, Urin, Speichel, Haare). Sie wird neben anderen Methoden zum Haartest auf Alkoholmarker und Drogen eingesetzt und gilt in der Forensik als "Gold-Standard" für den Nachweis im Haar.
Wirken sich äußere Stoffe wie Bleichmittel oder Cannabisrauch auf die Ergebnisse des Haartests aus?
Normale Haarpflege wie regelmäßige Wäsche oder Verwendung von Haarfestigern etc. haben keinen Einfluss auf den Haartest. Haarkosmetische Behandlungen mit aggressiven Chemikalien wie Bleichen, Färben oder Dauerwelle führen zu einem teilweisen Abbau von Drogen im Haar, jedoch wird der positive Nachweis in den meisten Fällen nicht beeinträchtigt. Zur Einschätzung von solchen Einflüssen ist es wichtig, die kosmetische Behandlung bereits während der Haarentnahme zu erfragen und den Haaransatz auf farbliche Unterschiede zu untersuchen.
Drogen können auch von außen, zum Beispiel durch Cannabis- oder Crack-Rauch ins Haar gelangen. Das Haarergebnis beweist daher zunächst nur den Umgang mit der Droge. Ein Beweis, dass wirklich ein Konsum vorgelegen hat, wird durch den zusätzlichen Nachweis von Stoffwechselprodukten (Metaboliten) erbracht, die nur im Innern des Körpers, z. B. in der Leber gebildet werden können und daher auch nur nach dem Konsum ins Haar eingelagert werden können.
Kann die festgestellte Drogenmenge irgendwie beeinflusst werden?
Viele Faktoren, darunter die Häufigkeit des Konsums, die konsumierte Menge, die Qualität der Droge, die Art des Konsums, beim Rauchen die Tiefe des Inhalierens sowie Stoffwechselschwankungen, die auf andere Faktoren wie Ernährung und Körpergewicht zurückzuführen sind, wirken sich auf die festgestellte Menge aus.


