Haar-Alkoholanalyse erklärt

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Alkohol lässt sich im Haar nicht so leicht nachweisen wie andere Drogen. Selbst im Haar von Abstinenzlern finden sich Spuren von Ethanol, die allerdings auf Umwelteinwirkungen zurückzuführen sind. Schon beim Aufenthalt in einer Kneipe oder einem Labor gelangen Ethanolspuren ins Haar. Diese Ethanolspuren stammen also nicht von Alkohol, der konsumiert wurde.

Im Gegensatz zu anderen konsumierten Drogen lässt sich Alkohol nicht direkt im Haar nachweisen. Daher wird im Rahmen des Nachweisverfahrens nach Produkten des Ethanolstoffwechsels gesucht. Ein geringer Teil des Alkohols wandelt sich mit Fettsäuren in Ester um. Ein anderer Teil in Ethylgucuronid (EtG). Während das Haar wächst, gelangen diese spezielle Marker, die Fettsäurethylester (FSEE) und Ethylglucuronid (EtG), in die Struktur des Haars und werden dort abgelagert. Diese Marker entstehen nur, wenn sich Alkohol im Blutkreislauf befindet – je höher die Konzentration im Haar ist, desto mehr Alkohol wurde konsumiert.

Fettsäureethylester und Ethylglucuronid sind direkte Alkoholmarker, da sie das Ethanolmolekül enthalten. Sie besitzen daher eine höhere Spezifität als die herkömmlichen Labormarker des Alkoholmissbrauchs (z.Bsp. Leberwerte), die auch von anderen pathologischen Ursachen herrühren können.

Bei Fettsäureethylestern wird die Summe der Konzentrationen von vier verschiedenen Fettsäureethylestern als Indikator für den Alkoholkonsum herangezogen. Bei Ethylglucuronid (EtG) wird dessen Konzentration gemessen. Die im Haar festgestellten Mengen werden in Nanogramm pro Milligramm (ng/mg) bei FSEE und in Pikogramm pro Milligramm (pg/mg) beim EtG ausgedrückt. Ein Nanogramm ist ein Milliardstel Gramm und ein Pikogramm ein Billionstel Gramm, doch mit moderner Technik lassen sich solch winzige Mengen nachweisen.

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